Verordnung des EDI über die Akkreditierung der Studiengänge nach GesBG

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KOSTENLOSER AUSZUG

vom 13. Dezember 2019 (Stand am 1. Februar 2020)

Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI),

gestützt auf Artikel 10 der Gesundheitsberufekompetenzverordnung vom 13. Dezember 20191 (GesBKV),

verordnet:

Art. 1 Gegenstand

Diese Verordnung legt Standards zur Konkretisierung der Kompetenzen nach dem Gesundheitsberufegesetz vom 30. September 20161 (GesBG) fest.


1 SR 811.21

Art. 2 Akkreditierung der Studiengänge

1 Ein Studiengang, der akkreditiert werden soll, wird daraufhin überprüft, ob er die Voraussetzungen nach Artikel 7 GesBG1 erfüllt.

2 Der Studiengang muss dazu insbesondere sicherstellen, dass den Absolventinnen und Absolventen die Kompetenzen nach GesBG sowie die berufsspezifischen Kompetenzen nach der GesBKV vermittelt werden und die jeweils einschlägigen Akkreditierungsstandards nach den Anhängen 1–7 erfüllt sind.


1 SR 811.21

Art. 3 Akkreditierungsstandards

1 Die Akkreditierungsstandards konkretisieren insbesondere die berufsspezifischen Kompetenzen der GesBKV.

2 Die Akkreditierungsstandards sind geregelt:

a.für den Bachelorstudiengang in Pflege: in Anhang 1;b.für den Bachelorstudiengang in Physiotherapie: in Anhang 2;c.für den Bachelorstudiengang in Ergotherapie: in Anhang 3;d.für den Bachelorstudiengang in Hebamme: in Anhang 4;e.für den Bachelorstudiengang in Ernährung und Diätetik: in Anhang 5;f.für den Bachelorstudiengang in Optometrie: in Anhang 6; undg.für den Masterstudiengang in Osteopathie: in Anhang 7.
Art. 4 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am 1. Februar 2020 in Kraft.


Anhang 1

(Art. 3 Abs. 2 Bst. a)

Akkreditierungsstandards des Bachelorstudienganges in Pflege

1. Bereich: Ausbildungsziele

Zielsetzung des Studiengangs ist, den Absolventinnen und Absolventen die Kompetenzen nach GesBG1 und GesBKV zu vermitteln.

2. Bereich: Konzeption

2.1Der Studiengang vermittelt den Absolventinnen und Absolventen die Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten in Pflege, die sie zur fachgerechten Beratung, Begleitung und Behandlung von Personen aller Altersgruppen in verschiedenen Kontexten (stationär, ambulant, zuhause) befähigen, namentlich im Spektrum von: a.Prävention und Gesundheitsförderung;b.Akutversorgung;c.Rekonvaleszenz und Rehabilitation;d.Langzeitversorgung und Versorgung von chronisch kranken Personen;e.Palliativversorgung.2.2Der Studiengang in Pflege vermittelt, gestützt auf wissenschaftliche und klinisch-praktische Erkenntnisse im Fachgebiet, umfassende Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, namentlich in den folgenden Bereichen: a.Anamnese, Diagnostik und Bedarfserhebung;b.Vereinbarung von Pflegezielen mit zu behandelnden Personen und ihren Angehörigen;c.Planung und Durchführung der pflegerischen Interventionen;d.Sicherstellung der Versorgungskontinuität bei Übergängen zwischen verschiedenen Versorgungsangeboten;e.Erkennen von und adäquater Umgang mit Risikofaktoren, Komplikationen und Notfallsituationen, situativ adäquate Einleitung von lebenserhaltenden Massnahmen;f.Unterstützung, Beratung und Anleitung von zu behandelnden Personen und deren Angehörigen inklusive Vermittlung des dafür spezifischen Wissens;g.Überprüfung der Wirksamkeit der pflegerischen Interventionen anhand von Qualitätsstandards;h.Gesprächsführung und Beziehungsgestaltung mit zu behandelnden Personen und deren Angehörigen;i.Vermittlung von Wissen und Anleitung von Fachpersonen der Pflege mit anderen Qualifikationen oder Fachpersonen anderer Berufsgruppen inklusive Supervision und Übernahme der Verantwortung für den Pflegeprozess;j.interprofessionelle Zusammenarbeit und Einbringen der pflegespezifischen Sichtweise;k.Berufsethik und Berufspflichten sowie institutionelle reglementarische Vorschriften;l.Erkennen von Forschungsbedarf in der Pflege, Beteiligung an der Beantwortung von Forschungsfragen inklusive Praxistransfer der allfälligen neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse.2.3Klinisch-praktische Ausbildungsanteile: a.Integraler Bestandteil des Studiengangs in Pflege sind klinisch-praktische Ausbildungsanteile in Einklang mit den Voraussetzungen der einschlägigen EU-Richtlinien. In den klinisch-praktischen Ausbildungsanteilen sind die Studierenden in direktem Kontakt mit realen zu behandelnden Personen und werden von Fachpersonen ausgebildet. Die klinisch-praktischen Ausbildungsanteile decken verschiedene Bereiche des Spektrums der Pflege ab.b.Die Praktika finden in Institutionen oder Organisationen des Gesundheitswesens statt und sind so organisiert, dass die Studierenden in die Institution oder Organisation integriert werden und ihren Kompetenzen und Befugnissen entsprechend Verantwortung übernehmen können.2.4Die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Institutionen oder Organisationen, in denen die Studierenden ihre Praktika absolvieren, ist geregelt. Gegenstand der Regelung sind insbesondere die Rechte und Pflichten der Ausbildungspartner sowie die im Praktikum zu erwerbenden Kompetenzen.

3. Bereich: Qualitätssicherung

Der Studiengang wird periodisch daraufhin überprüft, ob er den Absolventinnen und Absolventen die Kompetenzen nach GesBG und GesBKV vermittelt und bei Bedarf weiterentwickelt wird.


1 SR 811.21

Anhang 2

(Art. 3 Abs. 2 Bst. b)

Akkreditierungsstandards des Bachelorstudienganges in Physiotherapie

1. Bereich: Ausbildungsziele

Zielsetzung des Studiengangs ist, den Absolventinnen und Absolventen die Kompetenzen nach GesBG1 und GesBKV zu vermitteln.

2. Bereich: Konzeption

2.1Der Studiengang vermittelt den Absolventinnen und Absolventen die Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten in Physiotherapie, die sie zur fachgerechten Beratung, Begleitung und Behandlung von Personen aller Altersgruppen in verschiedenen Kontexten (stationäre und ambulante Institutionen, private Praxen) befähigen, namentlich im Spektrum von: a.Prävention und Gesundheitsförderung;b.Akutversorgung;c.Rehabilitation;d.Langzeitversorgung und Versorgung von chronisch kranken Personen;e.Palliativversorgung.2.2Der Studiengang in Physiotherapie vermittelt, gestützt auf wissenschaftliche und klinisch-praktische Erkenntnisse im Fachgebiet, umfassende Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, namentlich in den folgenden Bereichen: a.Diagnostik und Prognostik: Einsatz von Befragungs- und Testmethoden, Durchführung von Funktions-, Bewegungs- und Schmerzanalysen;b.Vereinbarung der physiotherapeutischen Zielsetzung gemeinsam mit der zu behandelnden Person unter Berücksichtigung ihrer Ressourcen;c.Planung und Durchführung der physiotherapeutischen Behandlungen: Anwendung von manuellen Techniken, Fazilitation von Bewegungen und therapeutischen Trainingselementen, Unterstützung von Personen mit akuten oder chronischen Beeinträchtigungen bei der Veränderung des Bewegungsverhaltens, gegebenenfalls unter Einbezug von bewegungsunterstützenden Technologien;d.Unterstützung des physiotherapeutischen Prozesses mittels Beratung und verbaler, nonverbaler sowie taktiler Kommunikation;e.Überprüfung der Wirksamkeit der physiotherapeutischen Interventionen anhand von Qualitätsstandards;f.Vermittlung von Wissen und Befunden an zu behandelnde Personen;g.Vermittlung von Wissen an Fachpersonen der eigenen und anderer Berufsgruppen;h.interprofessionelle Zusammenarbeit und Einbringen der physiotherapeutischen Sichtweise;i.Berufsethik und Berufspflichten sowie institutionelle reglementarische Vorschriften;j.Erkennen von...

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