Allgemeinverbindlicherklärung Des Gesamtarbeitsvertrages (GAV) Für Den Personalverleih

Author:Mr Adrian Hirzel and André Lerch
Profession:Blum&Grob Attorneys at Law Ltd
 
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Der Bundesrat hat am 13. Dezember 2011 den Gesamtarbeitsvertrag für den Personalverleih allgemeinverbindlich erklärt. Die Allgemeinverbindlicherklärung wurde auf den 1. Januar 2012 in Kraft gesetzt und gilt für alle Betriebe in der Schweiz, die über eine eidgenössische oder kantonale Arbeitsverleihbewilligung verfügen, bei der SUVA versichert sind und bezüglich der verliehenen Arbeitnehmenden pro Kalenderjahr dauerhaft eine Lohnsumme von mindestens CHF 1'200'000.00 aufweisen. Die Übergangsfrist, in welcher für GAV-Verletzungen keine Konventionalstrafen und Kontrollkosten ausgesprochen bzw. auferlegt werden können, ist am 31. März 2012 abgelaufen.

Sie finden nachfolgend in einem ersten Teil die wichtigsten von der Allgemeinverbindlicherklärung erfassten Arbeitsbedingungen sowie deren Anwendbarkeit schematisch dargestellt. In einem zweiten Teil folgen Ausführungen zu ausgewählten Fragen, welche sich Ihnen bei der Anwendung der Bestimmungen des GAV Personalverleih stellen dürften.

Ferien und Feiertage

Ist ein Arbeitsverhältnis mit einem temporären Mitarbeiter gemäss den vorgängig aufgeführten Kriterien dem GAV Personalverleih unterstellt, gilt Folgendes:

Ferien: Temporäre Mitarbeiter unter 20 oder über 50 Jahren haben Anspruch auf mindestens 25 Arbeitstage Ferien pro Jahr, alle übrigen auf jährlich 20 Arbeitstage. Feiertage: Nach Ablauf von 13 Wochen haben temporäre Mitarbeiter des Verleihbetriebs Anspruch auf Entschädigung für den Lohnausfall für alle offiziellen Feiertage, die auf einen Werktag fallen. Massgebend ist nicht die Dauer des Einsatzes beim Einsatzbetrieb, sondern die Dauer des Arbeitsverhältnisses mit dem Verleihbetrieb. Leistet ein Arbeitnehmer im Rahmen eines Leiharbeitsverhältnisses für mehrere Einsatzbetriebe Kurzeinsätze unter 13 Wochen, hat er Anspruch auf Feiertagsentschädigung, sofern das Leiharbeitsverhältnis mit dem Verleihbetrieb länger als 13 Wochen gedauert hat.

Dabei steht es dem Verleihbetrieb frei, die Feiertagsentschädigung an Stelle einer effektiven Vergütung pro Feiertag mit einem pauschalen Lohnzuschlag von 3.2% auf den AHV-Lohn abzugelten. Dies gilt auch dann, wenn die in einem Kanton übliche Entschädigung höher als 3.2% ist. Der Anspruch auf Entschädigung für den Lohnausfall für den 1. August besteht in jedem Fall bereits ab dem 1. Arbeitstag.

Vorsicht ist geboten bei der Auszahlung des Ferienlohnes. Dieser darf nur für maximal dreimonatige, einmalige Arbeitsverhältnisse direkt mit dem Lohn ausbezahlt...

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