Reglement vom 4. Dezember 2007 über die Ausübung der Patentfischerei im Jahr 2008Inkrafttreten: 01.01.2008

 
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ASF 2007_116 Reglement

vom 4. Dezember 2007

Inkrafttreten : 01.01.2008

über die Ausübung der Patentfischerei im Jahr 2008

Der Staatsrat des Kantons Freiburg

gestützt auf das Bundesgesetz vom 21. Juni 1991 über die Fischerei; gestützt auf die Verordnung vom 24. November 1993 zum Bundesgesetz über die Fischerei; gestützt auf das Gesetz vom 15. Mai 1979 über die Fischerei; gestützt auf die Vereinbarung vom 7. August und 10. Dezember 1985 zwischen den Kantonen Bern und Freiburg betreffend die Fischerei in den Grenzgewässern der Sense und der Saane; gestützt auf das Konkordat vom 24. April 1968 über die Ausübung der Fischerei; in Erwägung: Die Ausübung der Patentfischerei wird schon seit vielen Jahren in Reglementen mit einer Geltungsdauer von jeweils drei Jahren geregelt. In diesen Reglementen geht es namentlich darum, festzulegen, auf welchen freiburgischen Wasserläufen und Seen die Patentfischerei erlaubt ist. Das letzte Reglement über die Ausübung der Patentfischerei wurde am 12. September 2006 erlassen und hätte bis zum 31. Dezember 2009 gelten sollen. Im Sommer und im Herbst 2007 wurden in Fischen, die zwischen der Staumauer von Rossens und dem Schiffenensee und weiter flussabwärts bis zur Berner Kantonsgrenze der Saane entnommen worden sind, über den Grenzwerten liegende dioxinähnliche PCB (Polychlorierte Biphenyle) festgestellt. Die gleichen Toxine sind auch in Fischen aus der Ärgera im Abschnitt zwischen der letzten Schwelle und ihrer Einmündung in die Saane sowie in Fischen, die dem ganzen Verlauf der Glane entnommen worden sind, festgestellt worden. Da bei regelmässigem Konsum verseuchter Fische über längere Zeit ein mögliches Gesundheitsrisiko für den Menschen besteht, ist die Fischerei in diesen Sektoren seither verboten.

In Anwendung des Vorsorgeprinzips muss auch über die Zuflüsse der Glane in den betroffenen Gebieten ein allgemeines Fischereiverbot verhängt werden. Aus Gründen der Umsetzung im Feld werden der Bereich der Saane unterhalb der Staumauer von Schiffenen sowie ihr an den Kanton Bern grenzender Abschnitt, um die es in der Vereinbarung vom 7. August und 10. Dezember 1985 zwischen den Kantonen Bern und Freiburg betreffend die Fischerei in den Grenzgewässern der Sense und Saane geht, in einer Regelung mit dem Kanton Bern koordiniert werden müssen. Es wird jedoch schon jetzt ausdrücklich empfohlen, auf diesem Abschnitt nicht mehr zu fischen und vor allem, die in diesem Abschnitt gefangenen Fische nicht zu konsumieren. Die Abschnitte, die im Gegensatz zum Reglement vom 12. September 2006 neu einem Fischereiverbot unterstehen, können je nach den Ergebnissen der laufenden Ermittlungen im Laufe des Jahres wieder für die Fischerei frei gegeben werden (Art. 39 dieses Reglements). Es ist jedoch auch nicht ausgeschlossen, dass im Laufe des Jahres weitere Verbote verhängt werden müssen, wenn dies für die öffentliche Gesundheit erforderlich wird (Art. 38 dieses Reglements). Da die so genannte «No Kill»- oder «Catch and Release»-Methode sowohl mit der Bundesgesetzgebung über den Tierschutz nicht vereinbar als auch aus ethischen Gründen nicht vertretbar ist, kommt für die verseuchten Wasserläufe und Seen nur ein Fischereiverbot als Lösung in Frage. Auf Antrag der Direktion der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft,

beschliesst:

1. KAPITEL Geltungsbereich Gewässer und Fischereimethoden Art. 1 Dieses Reglement regelt die Ausübung der Angelfischerei in den kantonalen Gewässern sowie in den Grenzgewässern, mit Ausnahme der privaten Gewässer, der verpachteten Wasserläufe, der Wasserläufe, die der Aufzucht dienen, der Wasserläufe, die nicht für die Fischerei bestimmt sind, sowie des Murtenund des Neuenburgersees. 2 Es regelt ebenfalls den Fang von Köderfischen und von Krebsen in diesen Gewässern.

2. KAPITEL Verleihung des Fischereirechts Art. 2

Fischerei ohne Patent Die Fischerei ohne Patent ist in den für die Patentfischerei offenen Gewässern unter folgenden Bedingungen erlaubt: – während der im 6. Kapitel dieses Reglements festgelegten Zeiten, – vom Ufer oder einem Wasserfahrzeug aus, – mit den nach dem 8. Kapitel dieses Reglements zugelassenen Fanggeräten, – für die Minderjährigen unter 14 Jahren unter der Aufsicht eines Vertreters der elterlichen Gewalt, der Inhaber eines Fischereipatentes ist, oder einer anderen Aufsichtsperson (vollendetes 18. Altersjahr), die ebenfalls ein Fischereipatent besitzt, – der Erwachsene darf gleichzeitig nicht mehr als drei Minderjährige unter 14 Jahren unter seiner Aufsicht haben, – die Minderjährigen und ihre Aufsichtsperson dürfen zusammen pro Tag nicht mehr Fische fangen als ein einziger Fischer (Art. 22 dieses Reglements), – die Minderjährigen und ihre Aufsichtsperson dürfen nur mit der Anzahl Fanggeräten fischen, für die der Patentinhaber am Ort, wo sie fischen, eine Zulassung hat, jedoch mit höchstens drei Angeln; eine Ausnahme bilden die Fliessgewässer, in denen die Minderjährigen und ihre Aufsichtsperson mit höchstens zwei Angeln fischen dürfen, – für die Fischerei mit der Gambe dürfen die Minderjährigen und ihre Aufsichtsperson höchstens 3 Gamben verwenden, wobei pro Person nicht mehr als eine Gambe verwendet werden darf. 2 Im Übrigen bleiben die Bestimmungen des 6., 7. und 9. Kapitels dieses Reglements vorbehalten. 3 Personen, die vom Fischereirecht ausgeschlossen sind, werden auch von dieser Angelfischerei ohne Patent ausgeschlossen. Art. 3 Patentfischerei 1 Die allgemeinen Fischereipatente sind: – Patent A, das zur Angelfischerei in den Wasserläufen und vom Ufer von Seen aus berechtigt; – Patent B, das zur Angelfischerei in den Wasserläufen berechtigt; – Patent C, das zur Angelfischerei nur vom Ufer von Seen aus berechtigt. 3

Die speziellen Fischereipatente sind: Patent D,

berechtigt den Inhaber des Patents A oder C, mit der Schleppangel und mit der Angel von einem absichtlich oder nicht absichtlich getriebenen Wasserfahrzeug aus im Greyerzersee, im Montsalvens-See und im Schwarzsee zu fischen; – Patent E, berechtigt den Inhaber des Patentes A oder C, mit der Angel von einem nicht absichtlich getriebenen Wasserfahrzeug aus im Greyerzersee, im Montsalvens-See und im Schwarzsee zu fischen; – Patent F, berechtigt nur zur Angelfischerei vom Ufer aus und zwar im unteren Lauf der Bibera unterhalb der Brücke der Kantonsstrasse Sugiez-Ins und im Broyekanal auf der Strecke zwischen La Monnaie und dem Murtensee. 3 Das Amt für Wald, Wild und Fischerei (das Amt) kann Kollektivpatente ausstellen und ist berechtigt, diese an Bedingungen zu knüpfen. Art. 4 Dauer und Gültigkeit der Patente 1 Das Jahrespatent ist für die Fischfangperioden des laufenden Kalenderjahres gültig. 2 Die Halbjahrespatente gelten 6 Monate. Das erste Halbjahrespatent ist vom 1. Januar bis 30. Juni gültig. Das zweite Halbjahrespatent ist vom 1. Juli bis 31. Dezember gültig. 3 Ein Wochenpatent ist ein Patent A mit Gültigkeit während 7 aufeinander folgenden Tagen in der Zeit vom 16. Juni bis 30. September. 4 Das Tagespatent ist ein Patent A oder E, dessen Dauer auf einen Tag beschränkt ist. Für die ersten 15 Tage der Fangzeiten der Forelle (Bach- und Seeforelle) und der Äsche kann es nicht ausgestellt werden. Art. 5 Patentpreise 1 Die Patentpreise für im Kanton Freiburg wohnhafte Fischer sind in Anhang 1 festgehalten. 2 Personen, die am Tag, an dem sie das Patent lösen, eine AHV-Rente oder eine volle IV-Rente beziehen und im Kanton Freiburg wohnen, erhalten das Patent A, B oder C zum halben Preis unter der Bedingung, dass sie die Zusatzpatente D oder E nicht lösen. Die entsprechenden Preise sind in Anhang 2 festgehalten. 3 Für ausserhalb des Kantons wohnhafte Fischer, mit Ausnahme der Fischer, die im Kanton Waadt wohnen, wird der Preis bestimmter Patente verdoppelt. Die entsprechenden Preise sind in Anhang 3 festgehalten. 4

Der Preis der Patente, die zur Fischerei in Wasserläufen, abgesehen vom Broyekanal und dem unteren Lauf der Bibera, berechtigen, wird für die im Kanton Waadt wohnhaften Fischer um 10 Franken erhöht. Die entsprechenden Preise sind in Anhang 4 festgehalten. 5 Fischer, die am Tag, an dem sie das Patent lösen, das 18. Altersjahr noch nicht vollendet haben, erhalten bestimmte Patente zum halben Preis. Diese Vorzugspreise sind in den Anhängen 1, 3 und 4 festgehalten.

Art. 6 Wiederbevölkerungstaxe 1 Wer ein Jahres- oder Halbjahrespatent A, B, C und F oder ein Wochenpatent A löst, aber nicht durch eine für das laufende Jahr gültige Mitgliederkarte nachweisen kann, dass er Mitglied eines Vereins des Freiburgischen Fischerverbandes, der bei der Bewirtschaftung der kantonalen Fischgewässer mitwirkt, ist, muss zum Patentpreis zusätzlich eine Wiederbevölkerungstaxe nach Anhang 5 bezahlen. 2 Wer mehrere Patente löst, bezahlt die Wiederbevölkerungstaxe nur einmal. 3 Jugendliche, die am Tag, an dem sie das Patent lösen, das 18. Altersjahr noch nicht vollendet haben, bezahlen diese Taxe nicht. 4 Personen, die eine AHV-Rente oder eine volle IV-Rente beziehen, bezahlen die...

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