Arrêt nº U 408/05 de Ire Cour de Droit Social, 26 janvier 2007

Date de Résolution:26 janvier 2007
Source:Ire Cour de Droit Social
 
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Tribunale federale

Tribunal federal

U 408/05{T 7}

Urteil vom 26. Januar 2007

  1. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichter Ursprung, Präsident,

Bundesrichterin Widmer, Bundesrichter Frésard,

Gerichtsschreiber Jancar.

Parteien

Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft, Hohlstrasse 552, 8048 Zürich, Beschwerdeführerin,

gegen

B.________, Beschwerdegegner, vertreten durch Advokat Markus Schmid, Lange Gasse 90, 4052 Basel.

Gegenstand

Unfallversicherung,

Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau vom 31. August 2005.

Sachverhalt:

A.

A.a Der 1956 geborene B.________ war seit 1. November 1994 als Schätzungspräsident bei der X.________ tätig und damit bei der ELVIA (heute Allianz Suisse Versicherungen; nachfolgend Allianz) gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 22. Juni 1996 zog er sich eine Contusio capitis durch eine herabstürzende Gipsplatte zu, was eine viertägige Arbeitsunfähigkeit zur Folge hatte; im Dezember 1999 meldete er einen Rückfall wegen massiven Schlafstörungen. Am 9. Juni 1997 stürzte er von einem Gerüst auf das Gesicht, was eine Zahnschädigung und möglicherweise eine Halswirbelsäulen(HWS)-Distorsion zur Folge hatte. Am 20. August 1999 erlitt er bei einem Sportunfall (Hockey) eine HWS-Distorsion und am 12. März 2000 bei einem Skiunfall eine HWS-Stauchung. Eine neuropsychologische Untersuchung im Spital I.________ vom 23. März 2000 ergab keine pathologischen Befunde. Im Juni 2000 zog sich der Versicherte bei einem brüsken Bremsmanöver auf der Autobahn eine HWS-Distorsion zu. Vom 15. August bis 12. September 2000 war er in der Klinik R.________ hospitalisiert. Im Austrittbericht vom 15. September 2000 wurde ab 18. September 2000 eine Arbeitsfähigkeit von 100 % attestiert.

A.b Am 6. Oktober 2000 erlitt der Versicherte einen Autounfall, bei dem ein PW gegen das Heck seines Autos prallte. Das Spital S.________, wohin er sich gleichentags in Behandlung begab, diagnostizierte im Zeugnis vom 18. Oktober 2000 ein HWS-Distorsiontrauma. Vom 15. bis 17. Oktober 2000 war er dort in stationärer Behandlung. Weitere Hospitalisationen erfolgten vom 8. Februar bis 22. März 2001 in der Klinik R.________, vom 26. April bis 16. Mai 2001 im Spital S.________, vom 17. Mai bis 19. Juni 2001 in der Klinik R.________, vom 19. Juni bis 28. August 2001 in der Klinik C.________ und vom 13. bis 25. Januar 2002 im Spital B.________. Abgesehen von zwischenzeitlichen (gescheiterten) Versuchen, die Arbeit wieder aufzunehmen, war B.________ seit dem Unfall 100% arbeitsunfähig. Die Allianz erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld). Zur Abklärung der Verhältnisse holte sie diverse Arztberichte, eine unfallanalytische Stellungnahme des Dipl. Ing. T.________, Leiter Unfallanalyse der Y.________, vom 11. September 2001, eine biomechanische Beurteilung des Prof. Dr. med. W.________, FMH für Rechtsmedizin Forensische Biomechanik, vom 30. November 2001, Berichte der Frau lic. phil. N.________, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, vom 28. März (visiert vom Psychiater PD Dr. med. Keel, Basel), 9. September und 25. November 2002, sowie ein polydisziplinäres Gutachten der Medizinischen Abklärungsstelle, Spital B.________ (nachfolgend MEDAS), vom 8. Juli 2003 ein. Mit Verfügung vom 29. Oktober 2003 stellte die Allianz die Leistungen aus dem Unfall vom 6. Oktober 2000 rückwirkend auf den 1. April 2001 ein. Die dagegen vom Versicherten und von der Helsana Versicherungen AG (Krankenversicherer) erhobenen Einsprachen wies sie mit Entscheid vom 2. Juli 2004 ab. Zur Begründung führte sie aus, die natürliche Kausalität zwischen dem Unfall und den weiterhin geklagten Beschwerden sei zumindest teilweise gegeben. Hingegen sei die Adäquanz, die nach der für psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall geltenden Rechtsprechung zu beurteilen sei, zu verneinen. Der Unfall stelle ein mittelschweres Ereignis an der Grenze zu den leichten Unfällen dar. Selbst wenn man das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen bejahen würde, wären die Adäquanzkriterien nicht in erforderlichem Ausmass erfüllt. Gleiches würde gelten, wenn die Adäquanz nach der Rechtsprechung bei Folgen eines Unfalls mit HWS-Schleudertrauma beurteilt würde.

B.

In Gutheissung der hiegegen eingereichten Beschwerde hob das Versicherungsgericht des Kantons Aargau den Einspracheentscheid auf und verpflichtete die Allianz, dem Versicherten über den 1. April 2001 hinaus die gesetzlichen Leistungen zu erbringen (Entscheid vom 31. August 2005).

C.

Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt die Allianz die Aufhebung des kantonalen Entscheides und Bestätigung des Einspracheentscheides.

Während der Versicherte Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt, verzichtet das Bundesamt für Gesundheit auf eine Vernehmlassung.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

  1. Am 1. Januar 2007 ist das Bundesgesetz über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG; SR 173.110) in Kraft getreten (AS 2006 1205, 1243). Damit wurden das Eidgenössische Versicherungsgericht und das Bundesgericht Lausanne zu einem einheitlichen Bundesgericht (an zwei Standorten) zusammengefügt (Seiler/von Werdt/Güngerich, Bundesgerichtsgesetz [BGG], Bern 2997, S. 10 N 75). Dieses Gesetz ist auf die nach seinem Inkrafttreten eingeleiteten Verfahren des Bundesgerichts anwendbar, auf ein Beschwerdeverfahren jedoch nur dann, wenn auch der angefochtene Entscheid nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes ergangen ist (Art. 132 Abs. 1 BGG). Da der kantonale Entscheid am 31. August 2005 erlassen wurde, richtet sich das Verfahren nach dem bis 31. Dezember 2006 in Kraft gestandenen Bundesgesetz über die Bundesrechtspflege (OG) vom 16. Dezember 1943 (vgl. BGE...

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