Implementierung Einer Anreizkompatiblen Senioritätsregel Zur Verhinderung Internationaler Verschuldungskrisen

Résumé


Despite revolving sovereign debt crises, effective reforms of the international financial architecture with a view to improving crisis prevention have never been successfully implemented. In our view, policy makers have unduly focussed on crisis symptoms instead of tackling the true cause of debt crises, namely, the market failure on international bond markets. We argue that only if the market price of newly issued bonds adequately reflects the associated increase in default-risk, and if enforceable seniority rules as in private bond contracts are introduced can there be a reduction of the incentives to enter excessively large and short-term bond contracts. On the basis of contract theory we propose an institutional framework which reduces the incentives to unsustainable sovereign debt and, hence, lowers the probability of default.

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Extrait


Implementierung Einer Anreizkompatiblen Senioritätsregel Zur Verhinderung Internationaler Verschuldungskrisen

1 Einführung

Internationale Verschuldungskrisen treten trotz intensiver wirtschaftspolitischer Begleitung durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) periodisch auf. Folge solcher Finanzkrisen ist zunächst die Verschlechterung zentraler makroökonomischer Kennzahlen, wie ein Rückgang der wirtschaftlichen Leistung sowie ein Anstieg der Arbeitslosigkeit (Eichengreen 2006). Staatsbankrotte haben zudem negative Auswirkungen auf den Aussenhandel, beschleunigen den Abfluss internationalen Kapitals und versperren in der Regel den Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten für eine gewisse Zeit. Das Vertrauen in das Banken- und Finanzsystem der betroffenen Staaten geht dauerhaft verloren. Nimmt man alle Faktoren zusammen, dann wird eine Volkswirtschaft oft um Jahre zurückgeworfen. STURZENEGGER und ZETTELMEYER (2007) zeigen, dass die privaten Gläubiger durch die mit den jüngsten Beispielen von Verschuldungskrisen einhergehenden Schuldenrestrukturierungen je nach Land und Anleihe zwischen 5% und 82% ihrer Forderungen verloren. Diese Krisen lösten zwischen 1998 und 2003 ferner Beistandskredite des IWF im Umfang von insgesamt rund USD 200 Mrd. aus. Angesichts der gravierenden Kosten, die eine Krise nicht nur für die betroffenen Staaten, sondern auch für die internationale Gemeinschaft bedeutet, erstaunt es jedoch, dass trotz der inzwischen umfangreichen Erfahrung im Umgang mit der Zahlungsunfähigkeit eines Staates und diversen Lösungsansätzen in der Literatur wirkungsvolle und nachhaltige Reformen in der internationalen Finanzarchitektur weitgehend ausgeblieben sind.

Generell wird die Überschuldung des Staatshaushaltes auf die Existenz eines Moral-Hazard-Problems zurückgeführt (z.B.: MELTZER 1999, BORDO und SCHWARTZ 1998, MUSSA 1999, BORDO und JAMES 2000, ROUBINI 2004). Dieses gründet auf der Erwartung, dass der IWF als eine Art Versicherungsagentur im Fall der Zahlungsunfähigkeit durch wiederholte Kreditvergabe einem Staat beisteht. Nebst dem «globa...

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