Asymmetrische Kriegsführung und humanitäres Völkerrecht, Möglichkeiten der Weiterentwicklung
Bundesblatt Nr. 30, 24. Juli 2007 › Seccion Unica
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Asymmetrische Kriegsführung und humanitäres Völkerrecht, Möglichkeiten der Weiterentwicklung
Anhang 3
Asymmetrische Kriegsführung und humanitäres Völkerrecht, Möglichkeiten der Weiterentwicklung 1 Einleitung Die traditionelle Vorstellung von Kriegen geht von zwei sich gegenüberstehenden staatlichen Armeen aus, eine Vorstellung, die heute nur selten mehr der Realität entspricht. Am nächsten kamen dieser Vorstellung in der jüngeren Geschichte noch die bewaffneten Konflikte um die Falkland/Malvinas-Inseln zwischen Argentinien und Grossbritannien 1982, der erste Golfkrieg zwischen Irak und Iran Anfang der 1980er Jahre, der zweite Golfkrieg zwischen den USA und ihren Alliierten und dem Irak 1990, der Krieg zwischen Eritrea und Äthiopien von 1998 bis 2000 und der dritte Golfkrieg zwischen den USA und ihren Alliierten und den irakischen Regierungstruppen 2003. Kriege werden heute oft nicht mehr von klassischen Armeen geführt. In heutigen bewaffneten Konflikten sind eine Vielzahl nichtstaatlicher bewaffneter Gruppen1 beteiligt, die unterschiedlichste Ziele verfolgen. Oft gibt es weder klar definierte Frontverläufe noch homogene Gebiete, in denen die eine oder die andere Konfliktpartei eine umfassende Kontrolle ausübt. Jüngere Beispiele sind etwa der Vietnamkrieg, der Kolumbienkonflikt, der Konflikt in Nepal, der Afghanistan-Krieg (2001/02), die beiden Tschetschenienkriege, die palästinensische Intifada oder der bewaffnete Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah im Sommer 2006. 2 Symmetrische und asymmetrische Kriege Unter symmetrischen Kriegen versteht man üblicherweise einen klassischen bewaffneten Konflikt zwischen zwei etwa gleich starken Staaten, die sich in offener Schlacht bekämpfen. Man könnte auch sagen, es handle sich um «westfälische Kriege», da solche Kriege die Existenz von Nationalstaaten voraussetzen, welche das legitime Gewaltmonopol innehaben.2 Solche Kriege prägten die europäische Geschichte vom 17. bis ins 20. Jahrhundert. Sie kannten klare Unterscheidungen zwischen Krieg und Frieden, Front und Hinterland, Kombattanten und Nichtkombattanten. Sie waren symmetrisch, weil sie von gleichartigen Akteuren, den National-staaten, geführt wurden.3 1 Zum Beispiel Rebellen, private und öffentliche Milizen, Aufständische, dissidente Angehörigen der staatlichen Armee, Guerillas oder Freiheitskämpfer. 2 Mit dem Aufkommen der Nationalstaaten wurde die Bedeutung von stehenden Heeren oder zumindest Armeen, deren Zugehörigkeit auf dem Nationalitätenprinzip basierte, grösser und zum vorherrschenden Konzept. 3 Herfried Mü...Siehe den Gesamtinhalt dieses Dokumentes
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