Résumé
Regeste
Stimmrecht. Ständeratswahl im Kanton Basel-Stadt. Behördliche Informationspflicht und Stimmgeheimnis. 1. Wird eine Wahlbeschwerde statt vom Grossen Rat vom Regierungsrat erledigt, so kann dadurch nicht die von Gesetzes wegen ausgeschlossene Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts als Rechtsmittelinstanz begründet werden (Erw. 1). 2. Unrichtige Rechtsmittelbelehrung als unverschuldetes Hindernis im Sinne von Art. 35 OG (Erw. 4). 3. Umfang der Informationspflicht der Behörde über die eingegangenen Wahlvorschläge (Erw. 9). 4. Verletzung des Stimmgeheimnisses durch unzulänglich eingerichtete Wahllokale (Erw. 10 a und b). ****************************************RegesteDroit de vote. Election au Conseil des Etats dans le canton de Bâle-Ville. Devoir de l'autorité en matière d'information et secret du vote. 1. Le fait qu'un recours en matière électorale est tranché par le Conseil d'Etat au lieu de l'être par le Grand Conseil ne peut pas fonder la compétence - exclue par la loi - du Tribunal administratif en tant qu'autorité de recours (consid. 1). 2. Fausse indication des voies de droit: cas d'empêchement sans faute au sens de l'art. 35 OJ (consid. 4). 3. Etendue du devoir de l'autorité d'informer le corps électoral sur les candidatures présentées (consid. 9). 4. Violation du secret du vote en raison de locaux aménagés de façon insuffisante (consid. 10 a et b). ****************************************RegestoDiritto di voto. Elezione al Consiglio degli Stati nel cantone di Basilea-Città. Obblighi dell'autorità in materia d'informazione e segretezza del voto. 1. Il fatto che un ricorso in materia elettorale sia stato deciso dal Consiglio di Stato, anzichè dal Gran Consiglio, non vale a fondare la competenza del Tribunale amministrativo quale autorità di ricorso (consid. 1). 2. Indicazione inesatta del rimedio giuridico quale caso d'impedimento senza propria colpa, ai sensi dell'art. 35 OG (consid. 4). 3. Estensione del dovere dell'autorità d'informare l'elettorato sulle candidature presentate (consid. 9). 4. Violazione della segretezza del voto dovuta a locali predisposti in modo inadeguato (consid. 10 a e b).Voir le contenu complet de ce document
Extrait
Arrêt de Tribunal Federal Nº 98 IA 602, de 29 Novembre 1972
Chapeau
98 Ia 60288. Urteil vom 29. November 1972 i.S. Aschwanden gegen Appellationsgericht (als Verwaltungsgericht), den Regierungsrat und den Grossen Rat des Kantons Basel-Stadt.Faits à partir de page 603 BGE 98 Ia 602 S. 603A.- Am 29., 30. und 31. Oktober 1971 fand im Kanton Basel-Stadt die Wahl des Abgeordneten in den Ständerat statt. Einziger vorgeschlagener Kandidat war der bisherige Dr. Willi Wenk, welcher mit starkem Mehr wiedergewählt wurde. Die in Basel stimmberechtigte Hedwig Aschwanden reichte am 3. November 1971 beim Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt eine Wahleinsprache ein mit dem Antrag, die Wahl ungültig zu erklären. Sie machte eine Verletzung des Wahlgeheimnisses sowie der behördlichen Informationspflicht gegenüber den Stimmbürgern geltend, weil die Stimmbürger im Wahllokal Wettsteinschulhaus ihr Wahlrecht nicht hätten geheim ausüben können und weil der Wahlvorschlag nicht in genügender Form bekanntgegeben worden sei. Am 16. November 1971 wies der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt die Einsprache ab. Der betreffende Regierungsratsbeschluss wurde mit einer Begründung, die den nachstehenden rechtlichen Erwägungen zu entnehmen ist, Fräulein Aschwanden in Form eines Briefes mitgeteilt.B.- Mit Beschluss vom 16. November 1971 beantragte der Regierungsrat dem Grossen Rat des Kantons Basel-Stadt, die Ständeratswahl zu validieren. In seinem Bericht an...Voir le contenu complet de ce document
