Résumé
Regeste
Art. 121 Abs. 2, Art. 184 Abs. 3 und Art. 185 Abs. 3 BV; Art. 189 Abs. 4 BV (Fassung Justizreform); Art. 13 und 8 EMRK; Art. 100 Abs. 1 lit. a und lit. b Ziff. 1 und 4 OG. Vom Bundesrat verhängtes Einreiseverbot gegen einen in der Schweiz niedergelassenen Ausländer aus Gründen der Wahrung der Landesinteressen. Grundsätzliche Unzulässigkeit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen (unmittelbar auf die Bundesverfassung gestützte) Bundesratsbeschlüsse betreffend Einreisesperren und politische Ausweisungen (E. 2). Anwendbarkeit von Art. 13 EMRK bejaht bei Verhängung eines Einreiseverbots gegen einen niedergelassenen Ausländer, dessen Ehefrau und Kinder in der Schweiz leben, da sich in vertretbarer Weise ein Eingriff ins Familienleben (Art. 8 EMRK) behaupten lässt (E. 3). Hat das Bundesgericht auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde einzutreten, um seinerseits einen Art. 13 EMRK genügenden Rechtsschutz zu gewährleisten? Frage offen gelassen (E. 4). Das aus Gründen der Wahrung der Landesinteressen (Art. 184 Abs. 3 BV) verhängte Einreiseverbot gegen den in der Schweiz niedergelassenen Ausländer, der in oder für Organisationen tätig gewesen ist, deren Aktivitäten geeignet sind, die Lage im Kosovo und den angrenzenden Gebieten zusätzlich zu destabilisieren und damit die Beziehungen der Schweiz zu Drittstaaten zu gefährden, hält vor Art. 8 EMRK stand (E. 5). ****************************************RegesteArt. 121 al. 2, art. 184 al. 3 et art. 185 al. 3 Cst.; art. 189 al. 4 Cst. (dans sa teneur selon le projet de réforme de la justice); art. 13 et 8 CEDH; art. 100 al. 1 let. a et b ch. 1 et 4 OJ. Interdiction d'entrer en Suisse prononcée par le Conseil fédéral contre un étranger établi en Suisse, en vue de sauvegarder les intérêts du pays. Est en principe irrecevable le recours de droit administratif formé contre des décisions du Conseil fédéral (fondées directement sur la Constitution fédérale) concernant l'interdiction d'entrer en Suisse et l'expulsion politique (consid. 2). Applicabilité de l'art. 13 CEDH admise en cas d'interdiction d'entrée prononcée contre un étranger bénéficiant d'un permis d'établissement dont l'épouse et les enfants vivent en Suisse, car une atteinte à la vie familiale (art. 8 CEDH) peut valablement être invoquée (consid. 3). Le Tribunal fédéral doit-il entrer en matière sur le recours de droit administratif afin de garantir lui-même une protection juridique suffisante au sens de l'art. 13 CEDH? Question laissée ouverte (consid. 4). Est compatible avec l'art. 8 CEDH une interdiction d'entrée prononcée en vue de sauvegarder les intérêts du pays (art. 184 al. 3 Cst.) à l'encontre d'un étranger établi en Suisse qui a été actif au sein ou pour des organisations dont les activités sont propres à déstabiliser la situation au Kosovo et dans les territoires voisins et, par là même, à compromettre les relations entre la Suisse et des Etats tiers (consid. 5). ****************************************RegestoArt. 121 cpv. 2, art. 184 cpv. 3 e art. 185 cpv. 3 Cost.; art. 189 cpv. 4 Cost. (nella versione secondo il progetto di riforma della giustizia); art. 13 e 8 CEDU; art. 100 cpv. 1 lett. a e b n. 1 e 4 OG. Divieto d'entrata in Svizzera pronunciato dal Consiglio federale nei confronti di uno straniero domiciliato in Svizzera per tutelare gli interessi del paese. Il ricorso di diritto amministrativo è, in linea di principio, inammissibile contro le decisioni (fondate direttamente sulla Costituzione) del Consiglio federale in materia di divieto d'entrata in Svizzera e di espulsione politica (consid. 2). L'art. 13 CEDU è applicabile quando un divieto d'entrata è stato emesso nei confronti di uno straniero al beneficio di un permesso di domicilio, la cui moglie e i cui figli vivono in Svizzera, dato che un'ingerenza nella vita familiare (art. 8 CEDU) può validamente essere fatta valere (consid. 3). Il Tribunale federale deve entrare nel merito di un ricorso di diritto amministrativo al fine di garantire esso stesso una protezione giuridica sufficiente ai sensi dell'art. 13 CEDU? Quesito lasciato irrisolto (consid. 4). È compatibile con l'art. 8 CEDU un divieto d'entrata il cui scopo è la tutela degli interessi del paese (art. 184 cpv. 3 Cost.) emesso nei confronti di uno straniero domiciliato in Svizzera, il quale è stato attivo in seno a o per delle organizzazioni le cui attività sono atte a destabilizzare la situazione in Kosovo e nei territori confinanti e, di conseguenza, a compromettere le relazioni tra la Svizzera e Stati terzi (consid. 5).Voir le contenu complet de ce document
Extrait
Arrêt de IIe Cour de Droit Public de Tribunal Federal Nº 2A.86/2002, de 21 Février 2003
veröffentlichter Text
Chapeau129 II 19320. Auszug aus dem Urteil der II. öffentlichrechtlichen Abteilung i.S. H. gegen Schweizerischen Bundesrat (Verwaltungsgerichtsbeschwerde)2A.86/2002 vom 21. Februar 2003Faits à partir de page 194 BGE 129 II 193 S. 194Der aus dem Kosovo stammende jugoslawische Staatsangehörige H., geboren 1956, lebte als anerkannter Flüchtling mit Niederlassungsbewilligung zusammen mit seiner Familie in der Schweiz.Am 6. Juli 2001 erliess das Bundesamt für Polizei (BAP) folgende Verfügung:"In Vollziehung des Bundesratsbeschlusses vom 3. Juli 2001 betreffendH., (...),wonach ihm in Anwendung von Art. 184 Abs. 3 BundesverfassungBGE 129 II 193 S. 1951. auf unbestimmte Zeit verboten wird, ohne ausdrückliche Bewilligungin die Schweiz einzureisen;2. verboten wird, in der Schweiz Organisationen zu gründen, zuvertreten oder zu unterstützen, die gewaltsam am Konflikt in Mazedonienteilnehmen oder die gewaltanwendende Parteien dieses Konfliktspropagandistisch, materiell oder finanziell unterstützen; und3. verboten wird, Dritte mit Aktivitäten nach Ziffer 2 zu beauftragen,und dem im Wesentlichen die Erwägungen zugrunde liegen, dass- H. als anerkannter Flüchtling mit Niederlassungsbewilligung im KantonZürich sich seit ungefähr 1997/1998 mehrheitlich in Albanien und imKosovo aufhält;- H. LPK-Aktivist der ersten Stunde ist und in führender Funktion sowohlfür den Fonds `Vendlindja Thërret' als auch für die logistischeAufrüstung der UÇK verantwortlich war;- H. gemäss zuverlässigen Quellen in das Organisierte VerbrechenAlbaniens involviert ist;- diese Aktivitäten vor dem Hintergrund des Bezuges von H. zur Schweizgeeignet sind, die Beziehungen der Schweiz zu Mazedonien und zuDrittstaaten zu gefährden, welche sich wie die Schweiz für einefriedliche Lösung im Balkan einsetzen und die kriegerischen Aktivitätender Verfechter eines Grossalbaniens verurteilen;wird verfügt1. H. wird auf unbestimmte Zeit verboten, ohne ausdrücklicheBewilligung in die Schweiz einzureisen.2. H. wird verboten, in der Schweiz Organisationen zugründen, zu vertreten oder zu unterstützen, die gewaltsam amKonflikt im Kosovo, Südserbien und Mazedonien teilnehmen oderdie gewaltanwendende Parteien dieses Konfliktspropagandistisch, materiell oder finanziell unterstützen.3. H. wird verboten, Dritte mit Aktivitäten nach Ziffer 2 zubeauftragen.Eine Zuwiderhandlung zieht gemäss Art. 292 SchweizerischesStrafgesetzbuch Bestrafung mit Haft oder mit Busse nachsich.(...)RechtsmittelbelehrungGegen den hiermit eröffneten Bundesratsbeschluss vom 3. Juli2001 können keine ordentlichen Rechtsmittel eingelegt werden.BGE 129 II 193 S. 196(...)" Nachdem H. mehrmals beantragt hatte, es sei ihm der begründete Bundesratsbeschluss zu eröffnen, erhielt er am 16. Januar 2002 ein ausführliches Schreiben des Bundesamtes mit einer von der Bundeskanzlei ausgestellten beglaubigten Bestätigung, wonach der Bundesrat am 3. Juli 2001 beschlossen habe, dass"1. H., Staatsangehöriger Ex-Jugoslawiens, geb. 1956, in Anwendung vonArt. 184 Abs. 3 Bundesverfassung auf unbestimmte Zeit verboten wird,>das Gebiet der Schweiz ohne ausdrückliche Bewilligung zu betreten;2. H., Staatsangehöriger Ex-Jugoslawiens, geb. 1956, in Anwendung vonArt. 184 Abs. 3 Bundesverfassung verboten wird, Organisationen zugründen, zu vertreten oder zu unterstützen, die gewaltsam am Konflikt>in Mazedonien teilnehmen oder die gewaltanwendende Parteien diesesKonfliktes propagandistisch, materiell oder finanziell unterstützen>und dass das Verbot auch für die Beauftragung Dritter mit solchenAktivitäten gilt;3. das EJPD (BAP) beauftragt wird, diesen Beschluss zu vollziehen."Mit als Verwaltungsgerichtsbeschwerde bezeichneter Eingabe vom 17. Februar 2002 beantragt H. beim Bundesgericht die Aufhebung des Bundesratsbeschlusses vom 3. Juli 2001. Er macht insbesondere geltend, das Einreiseverbot verletze Art. 8 EMRK (Schutz des Familienlebens), weshalb ihm gemäss Art. 13 EMRK eine wirksame nationale Beschwerde zustehen müsse. Gerügt wird sodann, der Beschwerdeführer habe nicht vollständig Einsicht in die Akten erhalten; diese Akteneinsicht sei ihm nunmehr zu gewähren.In seiner Vernehmlassung vom 29. April 2002 beantragt das Bundesamt für Polizei, auf die Beschwerde nicht einzutreten, eventualiter diese abzuweisen. Der Stellungnahme lagen sieben Aktenstücke bei, allesamt als vertraulich bezeichnet.Mit Verfügung vom 30. Juli 2002 stellte der Präsident der II. öffentlichrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts fest, dass überwiegende öffentliche Interessen des Bundes die Geheimhaltung von fünf der sieben Aktenstücke rechtfertigten. Im Weiteren wurden dem Beschwerdeführer die zwei freigegebenen sowie Zusammenfassungen der als vertraulich klassifizierten Aktenstücke unter Fristansetzung zur Replik zugestellt.In seiner Eingabe vom 6. September 2002 an das Bundesgericht nahm der Beschwerdeführer zu den ihm unterbreiteten Aktenstücken Stellung, wobei ...Voir le contenu complet de ce document
