Arrêt nº 5C.155/2002 de IIe Cour de Droit Civil, 13 novembre 2002

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Résumé


Regeste

Persönlichkeitsverletzung durch Presseäusserung (Art. 28 Abs. 1 ZGB). Der Durchschnittsleser verbindet mit dem Begriffspaar bzw. Sammelbegriff "Neonazi- und Revisionistenszene" in erster Linie deren gemeinsames Gedankengut. Wenn die Revisionisten auch keinen (gewaltsam) nach dem Führerprinzip organisierten Staat anstreben, fussen beide Ideologien auf der gleichen Gesinnung. Wer heute die nationalsozialistischen Verbrechen und insbesondere den an den Juden verübten Mord verharmlost oder gar leugnet, darf deshalb als Neonazi bezeichnet werden (E. 2).

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Regeste

Atteinte à la personnalité par un article de presse (art. 28 al. 1 CC). Le lecteur moyen associe avant tout aux deux notions ou locutions de "milieux néonazis et révisionnistes" le fonds de pensée commun à ces milieux. Même si les révisionnistes ne recherchent pas (par la force) un Etat organisé selon le principe autoritaire, les deux idéologies reposent sur une appréciation commune du régime nazi et de ses crimes. Dès lors, celui qui minimise ou même nie aujourd'hui les crimes nazis, en particulier le génocide perpétré contre les juifs, peut être qualifié de néonazi (consid. 2).

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Regesto

Lesione della personalità tramite una dichiarazione apparsa sulla stampa (art. 28 cpv. 1 CC). Il lettore medio associa in primo luogo alle due nozioni risp. all'immagine globale di "ambiente neonazista e revisionista" il loro comune bagaglio ideologico. Anche se i revisionisti non aspirano a uno stato (violento) organizzato in base al principio autoritario, entrambe le ideologie si fondano sul medesimo modo di pensare. Chi, oggi, minimizza o addirittura nega i crimini nazisti, e in particolare il genocidio operato nei confronti degli ebrei, può quindi essere qualificato di neonazista (consid. 2).

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Extrait


Arrêt nº 5C.155/2002 de IIe Cour de Droit Civil, 13 novembre 2002

veröffentlichter Text

Chapeau

129 III 49

8. Auszug aus dem Urteil der II. Zivilabteilung i.S. Der Bund Verlag AG gegen Kessler sowie Obergericht des Kantons Thurgau (Berufung)

5C.155/2002 vom 13. November 2002

Faits à partir de page 49

A.- In der Zeitung "Der Bund" vom 21. Juni 2001 wurde unter dem Titel "Schächtverbot und Antisemitismus" sowie demBGE 129 III 49 S. 50

Untertitel "Geschichte / Eine Dissertation zu historischen und aktuellen Fragen des Schächtverbotes" die von Pascal Krauthammer verfasste Dissertation "Das Schächtverbot in der Schweiz" rezensiert. Der Artikel enthielt u.a. folgenden Text:

"Die weiterhin grassierende Antischächtlüge stilisiert zwar in ihrer

populistischen Propaganda das Schächtverbot zu einer Humanitäts- und

Zivilisationsaufgabe hoch, kann aber trotzdem die erschreckend

antisemitische und neuerdings auch antiislamische Komponente nicht unter

dem Deckmantel des Tierschutzes verstecken. Das war schon zur Zeit der

Nazis und Fröntler in den Dreissiger- und Vierzigerjahren der Fall. Und

auch in der gegenwärtigen Antischächtbewegung dominiert, wie der

Verfasser nachweist, die antisemitische Komponente: "In der Person des

radikalen Tierschützers Erwin Kessler fand diese Tradition ihre

Fortsetzung. Über die Instrumentalisierung der Schächtfrage versuchte

er, eine neue 'Judenfrage' zu konstruieren." Nachweislich unterhielt

Kessler Kontakte zur Neonazi- und Revisionistenszene. Das Zürcher

Obergericht verurteilte Kessler denn auch aufgrund seiner rassistischen

und antisemitischen Ä...

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