Arrêt nº 2P.131/2001 de IIe Cour de Droit Public, 13 novembre 2001

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Résumé


Regeste

Art. 27 in Verbindung mit Art. 94 BV, Art. 36 BV, Art. 50 Abs. 1 BV; Wirtschaftsfreiheit, Gemeindeautonomie; Plakatmonopol auf privatem Grund. Zulässiges Rechtsmittel zur Anfechtung von Plakat- und Reklamebewilligungsentscheiden (E. 1a); nicht wieder gutzumachender Nachteil im Sinne von Art. 87 Abs. 2 OG bei Rückweisung an eine Gemeinde (E. 1b). Gemeindeautonomie nach neuer Bundesverfassung: Beschwerdelegitimation (E. 1c), Tragweite und Prüfungsdichte (E. 2). Vereinbarkeit von kantonalen Monopolen mit (dem Grundsatz) der Wirtschaftsfreiheit. Anders als ein faktisches Monopol für den Plakataushang auf öffentlichem Grund stellt ein rechtliches Plakatmonopol, soweit es privaten Grund erfasst, einen unverhältnismässigen Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit dar; eine Bewilligungspflicht, verbunden mit entsprechenden Sachnormen, genügt zur Durchsetzung der massgeblichen öffentlichen Interessen (Praxisänderung, E. 3). Zulässigkeit eines Fremdreklameverbots (E. 4)? Autonomie der Gemeinde bei der Bewilligung von Plakaten und Reklamen bzw. bei der Bestimmung der ortsbildschützerischen und ästhetischen Schranken (E. 5).

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Regeste

Art. 27 en relation avec l'art. 94 Cst., art. 36 Cst., art. 50 al. 1 Cst.; liberté économique, autonomie communale; monopole d'affichage sur fonds privé. Voie de droit ouverte pour attaquer une décision d'autorisation d'affichage et de publicité (consid. 1a); préjudice irréparable au sens de l'art. 87 al. 2 OJ en cas de décision de renvoi à une commune (consid. 1b). Autonomie communale d'après la nouvelle Constitution fédérale: qualité pour recourir (consid. 1c), portée et pouvoir d'examen (consid. 2). Compatibilité de monopoles cantonaux avec (le principe de) la liberté économique. A la différence d'un monopole de fait d'affichage sur le domaine public, un monopole de droit d'affichage, dans la mesure où il touche un fonds privé, représente une atteinte disproportionnée à la liberté économique; l'obligation de requérir une autorisation, liée au respect de normes matérielles, suffit pour réaliser les buts d'intérêt public en cause (changement de jurisprudence, consid. 3). Admissibilité d'une interdiction de publicité pour des tiers (consid. 4)? Autonomie de la commune lors de l'autorisation d'affichage et de publicité, c'est-à-dire de la détermination des limites esthétiques et de protection des sites (consid. 5).

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Regesto

Art. 27 in relazione con l'art. 94 Cost., art. 36 Cost., art. 50 cpv. 1 Cost.; libertà economica, autonomia comunale; monopolio d'affissione su suolo privato. Rimedio di diritto esperibile per impugnare un'autorizzazione in materia d'affissione e di pubblicità (consid. 1a); pregiudizio irreparabile ai sensi dell'art. 87 cpv. 2 OG in caso di decisione di rinvio al comune (consid. 1b). Autonomia comunale in base alla nuova Costituzione federale: legittimazione a ricorrere (consid. 1c), portata e potere cognitivo (consid. 2). Compatibilità dei monopoli cantonali con la libertà economica. Diversamente dal caso di un monopolio di fatto in materia di affissione su suolo pubblico, un monopolio di diritto nel medesimo settore dà luogo, nella misura in cui tocca la proprietà privata, ad una restrizione sproporzionata della libertà economica; l'obbligo di richiedere un' autorizzazione, legato al rispetto delle relative norme materiali, è sufficiente a garantire il raggiungimento degli scopi d'interesse pubblico in gioco (cambiamento della giurisprudenza, consid. 3). Ammissibilità di un divieto di pubblicità per terzi (consid. 4)? Autonomia del comune per quanto attiene al rilascio di un'autorizzazione per l'affissione e la pubblicità, rispettivamente nello stabilire dei limiti di ordine estetico e a protezione dell'aspetto dei siti (consid. 5).

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Extrait


Arrêt nº 2P.131/2001 de IIe Cour de Droit Public, 13 novembre 2001

veröffentlichter Text

Chapeau

128 I 3

1. Auszug aus dem Urteil der II. öffentlichrechtlichen Abteilung i.S. Gemeinde Arosa gegen Plakanda AWI AG, A. und Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden (staatsrechtliche Beschwerde)

2P.131/2001 vom 13. November 2001

Faits à partir de page 4

BGE 128 I 3 S. 4

Die Stimmberechtigten der Gemeinde Arosa haben am 25. Juni 1995 ein neues Gesetz über die allgemeine Ortspolizei (im Folgenden: Ortspolizeigesetz) angenommen. Zum Plakat- und Reklamewesen findet sich darin die folgende Regelung:

Art. 51 Plakate

Der gesamte Plakatanschlag auf öffentlichem oder privatem Grund ist der Gemeinde vorbehalten.

Der Gemeinderat kann den Plakatanschlag auf öffentlichem oder privatem Grund ganz oder teilweise einer bestimmten Unternehmung vergeben.

BGE 128 I 3 S. 5

Er ist befugt, hierüber eine Konzession zu erteilen oder einen Vertrag abzuschliessen.

Art. 52 Andere Anzeigen

Andere Anzeigen und Reklameanlagen dürfen auf öffentlichem und privatem Grund nur mit Bewilligung des Gemeinderates angebracht werden.

Für dauernde Vorrichtungen gilt das ordentliche Baubewilligungsverfahren.

Art. 53 des Ortspolizeigesetzes ermächtigt den Gemeinderat zum Erlass von Ausführungsbestimmungen über das Plakat-, Anzeige- und Reklamewesen. Die Ausführungsbestimmungen zum Gesetz über die allgemeine Ortspolizei vom 20. September 1995 (im Folgenden: Ausführungsbestimmungen) sehen in diesem Zusammenhang vor:

Art. 5 Plakatwesen

Für private Plakate und Anzeigen auf öffentlichem und privatem Grund dienen die Anschlagstellen der Allgemeinen Plakatgesellschaft (APG), mit der die Gemeinde im Vertragsverhältnis steht. Für amtliche Publikationen dienen die Anschlagkasten der Gemeinde.

Art. 6 Fremdreklamen

Als Fremdreklamen gelten Werbungen aller Art auf fremden Grundstücken,

(...). Fremdreklamen, gleich welcher Grösse und welchen Formates, sind nicht gestattet (...).

Mit Eingabe vom 5. November 1999 stellten die Plakanda AWI AG, Zürich, sowie A. als Grundeigentümerin bei der Gemeinde Arosa ein Gesuch für eine unbeleuchtete, an der Fassade zu befestigende B12 Normplakatstelle (140 x 280 cm) für wechselnde Fremdwerbung an der (innerorts gelegenen) Liegenschaft Innere Poststrasse in Arosa.

Mit Beschluss vom 24. November 1999 wies der Gemeinderat Arosa das Gesuch ab mit der Begründung, der gesamte Plakatanschlag auf öffentlichem wie auf privatem Grund der Gemeinde Arosa unterstehe gemäss kommunalem Polizeigesetz der Aufsicht des Gemeinderats, welcher befugt sei, einer bestimmten Unternehmung eine Konzession zu erteilen. Solches habe er auch getan, stehe er doch seit vielen Jahrzehnten im Vertragsverhältnis mit der Allgemeinen Plakatgesellschaft Chur. Anderweitige Plakate würden nicht bewilligt, umso weniger als der Gemeinderat zusammen mit der Allgemeinen Plakatgesellschaft kurz vor dem Abschluss eines neuen Plakatkonzepts stehe.

BGE 128 I 3 S. 6

Mit Urteil vom 27. Februar 2001 hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden einen von der Plakanda AWI AG und A. erhobenen Rekurs gegen den Beschluss des Gemeinderates gut und wies die Sache "zur Erteilung der Baubewilligung im Sinne der Erwägungen" an die Gemeinde Arosa zurück. Zur Begründung führte das Gericht im Wesentlichen aus, ein kommunales Plakatmonopol verstosse, soweit es sich - wie vorliegend - auf privaten Grund beziehe, gegen den Grundsatz der Verhältnismässigkeit und sei damit mit der Wirtschaftsfreiheit bzw. der Eigentumsgarantie nicht zu vereinbaren. Die Gemeinde habe die Bewilligung der fraglichen Plakatstelle zu Unrecht unter Berufung auf das Plakatmonopol abgelehnt. Ebenso als unzulässig erachtete das Gericht sodann das Verbot von Fremdreklamen auf Grundstücken (Art. 6 der Ausführungsbestimmungen).

Die hiegegen von der Gemeinde Arosa eingereichte staatsrech...

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